Das Wegkreuz am Schlossberg lädt ein zum Innehalten

Meldung vom 14.05.2021

Weihe Frankkreuz am Schlossberg 300

Im coronabedingt sehr kleinen Kreis wurde am 1. Mai das Wegkreuz am Schlossberg, im Volksmund auch Frankkreuz genannt, nach seiner Restaurierung durch Pfarrer Christian Blank geweiht.
Wie oft zuvor hatten sich wieder Fred Wiegand und Steinmetzmeister Christian Viehbacher darum gekümmert, dass das alte Wegkreuz gründlich aufpoliert wurde.
Bereits im vergangenen Jahr, sagte Fred Wiegand vor der Weihe des Kreuzes, habe man ihn angesprochen, ob man das alte Kreuz am Bürgermeister-Zelzner-Weg nicht wieder herrichten könne. Der Sandstein war an vielen Stellen beschädigt und musste ersetzt werden. Eventuell, sagte Wiegand, hätte man das Kreuz früher restaurieren sollen. Der Gesamteindruck wurde durch das Bemalen und dem eher unbeholfene Nachziehen der Schrift beeinträchtigt.

Zeichen der Marienverehrung
Jetzt steht das Kreuz, fachmännisch restauriert, wieder an seinem Platz. Aufgestellt wurde es ursprünglich wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Fußweg, der von der Schneitweger Straße hinauf zum Schlossberg führt. Auf einer gestuften Basis und einem quadratischen Sockel sitzt ein Kreuz aus Schmiedeeisen. Das Kreuz ist Startpunkt für die Prozession zur Maiandacht in der Lourdesgrotte. Auch die Inschrift zeugt von der Marienverehrung der Stifter. Über die Bezeichnung „Frankkreuz“ konnte Fred Wiegand nur spekulieren. Laut seinen Recherchen wohnte in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts eine Familie Frank in der Bergstraße. Eventuell, so seine Vermutung, habe sie es errichtet.
Für die Segnung hatten Ilse Geigl und Annemarie Karl, die sich auch sonst das ganze Jahr über um das Kreuz kümmern, dies besonders schön mit Blumen und Kerzen geschmückt.

Schlossberg weiter verschönern
Bürgermeister Josef Schindler erinnerte bei der Segnung am 1. Mai daran, dass an diesem Tag eigentlich die erste Maiandacht an der Lourdesgrotte gefeiert worden wäre. Doch leider musste diese auch in diesem Jahr wegen der Pandemie ausfallen. Sein besonderer Dank galt Fred Wiegand, der sich seit vielen Jahren um die Wegkreuze und Marterl in der Marktgemeinde kümmert. Josef Schindler: „Wenn man da keinen hätte, der sich darum kümmert, würden die alten Wegkreuze verkommen.“
Die Bank neben dem Kreuz, sagte der Bürgermeister, lade beim Weg hinauf oder hinunter vom Schlossberg zum Innehalten ein. Er dankte auch Rosa Maria Hoffmann und Ernst Riedl, dem 2. Vorsitzenden des Bergvereins, dass sie die Lourdesgrotte in einer aufwändigen Aktion gereinigt hatten. Schindler: „Es ist schön, dass es jetzt wieder zwei Punkte gibt, die den Schlossberg verschönern.“
Seit 2007 nimmt sich Fred Wiegand der alten Wegkreuze und Marterl in der Gemeinde an. Das Wegkreuz am Schlossberg ist das 42. Kreuz, das in seiner Verantwortung restauriert wurde. Während Christian Viehbacher für die fachmännische Restaurierung sorgt, übernimmt Fred Wiegand den organisatorischen Teil der Arbeit. Er klärt, falls notwendig, die Vorgehensweise mit dem Denkmalschutz ab oder erforscht die Geschichte hinter dem Marterl.

(Text /Foto: S. Norgall /Markt Regenstauf)

BU: Gruppenfoto am Wegkreuz