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Kommunale Wärmeplanung des Marktes Regenstauf

Hier finden Sie Informationen zur kommunalen Wärmeplanung in Regenstauf, ihren Zielen, Analysen und zukünftigen Versorgungsstrategien.

Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung

Der Marktgemeinderat Regenstauf hat in seiner Sitzung vom 10. Februar 2026 die Kommunale Wärmeplanung des Marktes Regenstauf beschlossen. Damit ist ein wichtiger Schritt für die zukünftige, klimafreundliche und sichere Wärmeversorgung in unserer Gemeinde abgeschlossen.

Mit der Erstellung der Wärmeplanung wurde die bayernwerk netz gmbh zusamen mit dem Büro INEV Ende 2024 beauftragt. Die Fachbüros erarbeiteten auf Basis umfangreicher Analysen und Datenerhebungen ein strategisches Konzept, das den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis spätestens 2045 aufzeigt.

Ziel und Nutzen der Wärmeplanung
Die Kommunale Wärmeplanung stellt für den Markt Regenstauf ein strategisches, informelles Planungsinstrument für die zukünftige Energie- und Wärmeversorgung dar. Sie ersetzt weder eine verbindliche Bauleitplanung, noch eine individuelle Energieberatung für Einzelgebäude, sondern dient als übergeordneter Orientierungsrahmen und strategische Grundlage für die Gemeinde, um die Wärmewende schrittweise umzusetzen. Für Bürgerinnen und Bürger zeigt sie auf, wo künftig Wärmenetze entstehen könnten und wo dezentrale Heizlösungen die wirtschaftlichere Variante darstellen und bietet damit Orientierung für Investitionsentscheidungen.

Nächste Schritte
Mit dem Beschluss der Kommunalen Wärmeplanung liegt nun eine strategische Grundlage  mit konkreten Maßnahmen für die Umsetzung vor. Nach fünf Jahren wird die Marktgemeinde Regenstauf gemeinsam mit regionalen Partnern und Energieversorgern Umsetzungsgrad, Ausrichtung und Strategie erneut prüfen und falls erfordelrich anpassen.

Der finale Bericht steht Ihnen im folgenden Link zum Download zur Verfügung.

Vier Schritte zur Kommunalen Wärmeplanung 

Eignungsprüfung / Bestandsanalyse

Bei der Bestandsanalyse werden der aktuelle Wärmebedarf, der Verbrauch und die damit einhergehenden Treibhausgasemissionen erhoben. Diese Daten werden unter Berücksichtigung von Gebäudetypen, Baualtersklassen sowie Versorgungsstrukturen aus Gas- und Wärmenetzen, Heizzentralen und Speichern erfasst. Außerdem werden Beheizungsstrukturen von Gebäuden ermittelt.

Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse zeigt Möglichkeiten zur Reduktion des Wärmebedarfs auf. Zudem werden lokale Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale ermittelt. Die Untersuchungen für Regenstauf zeigen, dass es hohe Potenziale bei der Wärmeversorgung mit Solarthermie und Umweltwärme gibt, ein mittleres Potenzial bei der Versorgung durch oberflächennahe Geothermie, Holz und Flusswasserwärme und - zumindest derzeit - geringe Potenziale für eine Wärmeversorgung mit Wasserstoff oder durch eine weitere Biogasanlage.

Zielszenario

Das Zielszenario basiert auf den Ergebnissen der Bestands- und der Potentialanalyse. Dieses soll aufzeigen, wie der zukünftige Wärmebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Hierbei wird eine räumlich detaillierte Beschreibung der benötigten Versorgungsstruktur im Jahr 2040 erstellt, inklusive eines Zwischenziels für 2030. Dies erfolgt durch die Identifikation geeigneter Bereiche für Wärmenetze und Einzelversorgung.

Den Kern der Wärmeplanung stellt die Gebietseinteilung der Wärmeversorgungsgebiete dar. Diese zeigt für jedes Siedlungsgebiet an, ob es sich künftig für ein Wärmenetz eignen könnte. Denn Wärmenetze sind nicht überall sinnvoll. Nur in dicht bebauten Gebieten mit hohem Wärmeverbrauch lassen sich zentrale Wärmenetze wirtschaftlich und günstig realisieren. Außerdem sind Großverbraucher als Ankerkunden und eine verfügbare Fläche für eine Heizzentrale entscheidend für ein Gelingen eines Wärmenetzes. So wurde ein Plan entwickelt, der aufzeigt, für welche Gebiete Wärmenetzlösungen in den nächsten Jahren weiter ins Auge gefasst werden können und für welche Gebiete dezentrale Heizsysteme wie z.B. Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie, Hybridlösungen oder auch Nachbarschaftslösungen mit z.B. einer Hackschnitzelheizung die günstigere Lösung darstellt. Wie die Abbildung „Gebietseinteilung“ zeigt, trifft letzteres für die meisten Bereiche im Gemeindegebiet zu (blaue Gebiete). In den rot schraffierten Bereichen hat der Markt Regenstauf bereits eine Machbarkeitsstudie und erste Planungsentwürfe in Auftrag gegeben. In grünen Gebieten sind Wärmenetze mit hoher Wahrscheinlichkeit geeignet. Dazu sollen in den nächsten Jahren weitere Machbarkeitsstudien folgen. Beim Prüfgebiet lässt sich aus heutiger Sicht noch keine klare Aussage treffen. Eine Wärmenetzlösung könnte dann möglich sein, sofern im südlich gelegenen Gebiet der Wärmenetzausbau umgesetzt wird. Eine erneute Überprüfung wird in der Fortschreibung der Wärmeplanung in 5 Jahren erfolgen. Um den Fahrplan konsequent voranzutreiben sind Maßnahmen definiert, wie Sanierungen oder Erneuerungen von Heizanlagen in gemeindlichen Liegenschaften, das Bereitstellen von Beratungsangeboten und die Fortsetzung von Wärmenetzplanungen.

Umsetzungsstrategie und Maßnahmen

Auf Grundlage des Zielszenarios wurde ein Fahrplan zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans formuliert. Dabei wurden konkrete Maßnahmen, Prioritäten und ein Zeitplan für die kommenden Jahre ausgearbeitet. 

Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative

Das Projekt wird gefördert aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz:
Förderkennzeichen 67K27155 l Laufzeit 12 Monate.

Die nationale Klimaschutzinitiative

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zu Senkung der Treibhaugasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Förderprogrammen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.