Gemeinsam vorsorgen: Markt Regenstauf stellt Sturzflutrisikomanagement-Konzept vor

Wie können die Folgen von Starkregen und Sturzfluten im Gemeindegebiet möglichst gering gehalten werden?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Markt Regenstauf im Rahmen seines kommunalen Sturzflutrisikomanagement-Konzeptes, schon lange bevor sich die Schadensereignisse in 2024 ereigneten. Bei drei Informationsveranstaltungen in Steinsberg, Karlstein und Regenstauf stellten Christoph Eckl, Tina Zimmermann und Michael Kuchereuther von der EBB Ingenieurgesellschaft mbH das Konzept vor. Seitens des Marktes Regenstauf nahmen Bürgermeister Schindler und Michael Leist von der Bautechnik teil, vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg war Franz Beer vor Ort.
Für die Erstellung des Sturzflutrisikomanagement-Konzeptes erhält der Markt Regenstauf eine Förderung von 75 Prozent im Rahmen der Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWAS 2021) über das Wasserwirtschaftsamt Regensburg durch das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.
Grundlage des Konzepts ist eine umfangreiche Bestandsanalyse. Mithilfe hydraulischer Modelle wurde untersucht, welche Wege das Wasser bei unterschiedlichen Starkregenereignissen nimmt, wo sich größere Wassermengen sammeln und welche Risiken daraus für Menschen, Gebäude und Infrastruktur entstehen können. Dabei wurden auch Regeneinzugsgebiete außerhalb der Gemeindegrenzen berücksichtigt, wenn von dort Wasser in das Gemeindegebiet abfließt.
In die neuen Berechnungen flossen auch frühere Untersuchungen von Prof. Metzka ein. Neu ist insbesondere die hydraulische Darstellung, mit der Fließwege, Wassertiefen und mögliche Gefährdungen detailliert abgebildet werden können. Die gewonnenen Daten ermöglichen es auch Grundstückseigentümern, das individuelle Risiko für ihr Anwesen besser einzuschätzen.
Aus den Untersuchungen hat die EBB Ingenieurgesellschaft mbH mögliche Maßnahmen erarbeitet. Es ist geplant, einige der Projekte in den nächsten Jahren umzusetzen Mögliche Schutzmaßnahmen reichen grundsätzlich von technischen Bauwerken wie Rückhaltebecken oder größeren Durchlässen über Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen bis hin zur privaten Vorsorge.
Starkregenvorsorge ist Gemeinschaftsaufgabe
Eine zentrale Botschaft der Informationsveranstaltungen lautete: Einen hundertprozentigen Schutz vor Starkregen und Sturzfluten kann es nicht geben. Starkregen ist ein Naturereignis, das nicht verhindert werden kann. Ziel ist deshalb, vorhandene Gefahren zu erkennen und die möglichen Folgen so weit wie möglich zu reduzieren.
Der größtmögliche Schutz kann nur gemeinsam erreicht werden. Neben Maßnahmen des Marktes Regenstauf spielen deshalb die Eigenvorsorge der Grundstückseigentümer sowie Maßnahmen in Flur und Fläche eine wichtige Rolle. Die Präsentation nennt beispielsweise Erosionsschutzstreifen, eine Bewirtschaftung quer zum Hang und eine möglichst hohe Bodenbedeckung als Möglichkeiten im landwirtschaftlichen Bereich.
Auch Eigentümer können ihr Anwesen auf mögliche Schwachstellen überprüfen: Wo könnte Wasser in das Gebäude eindringen? Sind Kellerabgänge, Lichtschächte oder andere tiefer liegende Öffnungen gefährdet? Ist ein Rückstauschutz vorhanden? Als mögliche Schutzmaßnahmen nennt das Konzept unter anderem die Abschirmung von Wassereintrittsöffnungen, Abdichtungen und eine angepasste Nutzung gefährdeter Räume. Bei Neubauten sollten zudem mögliche Fließwege, Senken und Tiefpunkte frühzeitig berücksichtigt werden. Dabei gilt stets, dass Schutzmaßnahmen die Situation auf benachbarten Grundstücken nicht verschlechtern dürfen.
Gemeinde, Grundstückseigentümer und Landwirtschaft tragen damit gemeinsam dazu bei, Risiken zu verringern und den Markt Regenstauf und seine Ortsteile bestmöglich auf künftige Starkregenereignisse vorzubereiten.
Weiterführende Informationen und die Links zu den hydraulischen Modellen finden Sie hier.